Die allermeisten Menschen wünschen sich, auch bei Krankheit oder Pflegebedürftigkeit weiterhin im eigenen Zuhause leben zu können.
„Pflege zu Hause“ kann dabei ganz unterschiedlich aussehen – von der Unterstützung durch Angehörige bis hin zu professionellen Betreuungskräften, die mit im Haushalt leben.
Wichtig ist: Sobald ein Pflegegrad festgestellt wurde, haben Pflegebedürftige Anspruch auf Leistungen der Pflegeversicherung und können mitentscheiden, wie die Pflege organisiert wird.
In diesem Beitrag erhalten Sie einen verständlichen Überblick über die wichtigsten Formen der häuslichen Pflege –
und erfahren, welche Vorteile eine sogenannte 24-Stunden-Pflege im Alltag mit sich bringt.
1. Pflege zu Hause durch Angehörige und ambulante Pflegedienste
In vielen Familien übernehmen zunächst Partner, Kinder, Freunde oder Nachbarn die Pflege.
Das ist oft ein natürlicher Schritt, bringt aber schnell eine hohe körperliche und emotionale Belastung mit sich.
Um diese zu reduzieren, können ambulante Pflegedienste eingebunden werden.
Ab Pflegegrad 2 können anstelle des reinen Pflegegeldes auch Pflegesachleistungen genutzt werden.
Dabei rechnet der Pflegedienst seine Leistungen direkt mit der Pflegekasse ab.
So erhalten Sie professionelle Unterstützung, ohne alle Kosten privat tragen zu müssen.
Typische Aufgaben ambulanter Pflegedienste sind unter anderem:
- Unterstützung bei der Körperpflege (z. B. Waschen, Duschen, Toilettengang)
- Hilfe beim An- und Auskleiden sowie bei der Mobilität
- Medikamentengabe und kleine medizinische Tätigkeiten im Rahmen der Behandlungspflege
- Betreuung im Alltag, z. B. Gespräche, Spaziergänge, Beschäftigung
- Entlastung und Anleitung für pflegende Angehörige
Diese Form der Unterstützung hilft, den Alltag zu stabilisieren und die Pflege zu Hause überhaupt erst möglich zu machen –
reicht aber bei höherem Unterstützungsbedarf oder Demenz nicht immer aus.
2. Entlastungsangebote für Angehörige (aktuelle Beträge 2025)
Damit Angehörige nicht überlastet werden, gibt es gesetzliche Entlastungsleistungen:
Tages- und Nachtpflege
Einrichtungen übernehmen mehrere Stunden Betreuung – sinnvoll bei Demenz, Vereinsamung oder Berufstätigkeit der Angehörigen.
131 € Entlastungsbetrag pro Monat (statt früher 125 €)
Dieser Betrag steht allen Pflegebedürftigen mit Pflegegrad zu. Er kann u. a. genutzt werden für:
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Haushaltshilfen
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Alltagsbegleitung
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Betreuungs- und Entlastungsangebote
Verhinderungs- und Kurzzeitpflege: gemeinsames Jahresbudget 3.539 € (ab 1. Juli 2025)
Die bisherigen getrennten Töpfe wurden zusammengeführt. Damit wird die Entlastung flexibler:
Egal ob ein Urlaub, Krankheit oder eine akute Krisensituation vorliegt – die Mittel können frei aufgeteilt werden.
3. 24h-Pflege zu Hause: intensive Betreuung direkt im eigenen Haushalt
Wenn ambulante Dienste nicht ausreichen oder ständige Anwesenheit wichtig ist, entscheiden sich viele Familien für eine sogenannte 24-Stunden-Pflege. Dabei lebt eine Betreuungskraft im Haushalt und begleitet die pflegebedürftige Person mehrere Stunden pro Tag – und ist im Notfall in der Nähe.
Vorteile der 24h-Pflege
⭐ Sicherheit rund um die Uhr
Eine Betreuungskraft ist vor Ort und reagiert schnell bei Stürzen, Orientierungslosigkeit oder gesundheitlichen Veränderungen.
⭐ Vertrautes Umfeld bleibt erhalten
Gerade bei Demenz ist das Zuhause ein zentraler Stabilitätsfaktor.
⭐ Persönliche 1:1-Betreuung
Keine wechselnden Schichten, keine anonymen Abläufe – die Betreuungskraft ist jeden Tag da.
⭐ Entlastung für Angehörige
Pflege kann wieder zur gemeinsamen Zeit werden – statt zur permanenten Belastung.
⭐ Unterstützung im Alltag
Betreuung, Kochen, Spaziergänge, Haushalt – vieles wird direkt mit abgedeckt.
Finanzierung
Die Pflegeversicherung fördert die 24h-Pflege nicht direkt, aber:
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Pflegegeld (frei verwendbar)
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Entlastungsbetrag
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Verhinderungs- & Kurzzeitpflegebudget
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steuerliche Absetzbarkeit haushaltsnaher Dienstleistungen
können die Kosten spürbar reduzieren.
4. Vereinbarkeit von Pflege und Beruf
Pflegende Angehörige können je nach Situation:
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kurzfristig bis zu 10 Tage der Arbeit fernbleiben
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Pflegezeit (bis 6 Monate) nutzen
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Familienpflegezeit (bis 24 Monate) wählen
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ein zinsloses Darlehen vom Staat bekommen
Damit soll Pflege zu Hause möglich bleiben, ohne die berufliche Existenz zu gefährden.
5. Pflegehilfsmittel & Wohnraumanpassungen
Ab Pflegegrad gibt es Unterstützung für:
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Pflegebetten
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Rollatoren und Mobilitätshilfen
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Verbrauchsmaterialien
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Zuschüsse für Badumbau, Rampen oder Türverbreiterungen
Diese Maßnahmen erhöhen Sicherheit und entlasten Angehörige.
6. Pflege-Wohngemeinschaften als Alternative
Wenn die Pflege zu Hause nicht mehr ausreicht, aber ein Pflegeheim nicht gewünscht ist, können Pflege-WGs – besonders für Menschen mit Demenz – eine gute Zwischenlösung sein.
Fazit
Pflege zu Hause lässt sich flexibel gestalten. Ambulante Dienste, Entlastungsleistungen und Hilfsmittel erleichtern den Alltag. Besonders die 24h-Pflege kann Familien entlasten und gleichzeitig ermöglichen, dass pflegebedürftige Menschen weiterhin im eigenen Zuhause leben können – eng begleitet, sicher und würdevoll.
Hauspflege 24 unterstützt Sie dabei, die passende Form der Betreuung zu finden – verständlich, erfahren und individuell abgestimmt.